Crowd and Art Timeline 2014 – eine kurze Zusammenfassung künstlerischer Highlights im Jahr 2014

Wenn nicht heute, dann wär´s wohl morgen oder doch zu einem anderen Zeitpunkt…? Egal, auch ich begebe mich auf eine Reise durch das enden wollende Jahr 2014 und möchte meine persönlichen künstlerischen Highlights aus dem Jahr 2014 zusammenfassen.
Wie die meisten Personen dieser Website bereits wissen, bin ich seit 2010 mit der Erarbeitung meiner These zu Crowd and Art beschäftigt, bei der es vor allem um den Einfluss des Internets (oder computergestützter, vernetztes Devices) auf Partizipation in der Kunst geht. Ich bin gerade dabei meine These abzuschließen, wo ich vor allem auf neue Formen – nämlich unbewusste und unfreiwillige Formen – der Partizipation eingehe und behaupte, dass Partizipation in der Kunst nicht unter Ausblendung der Kunst mittels kommunikationstechnologischer Errungenschaften behandelt werden kann. Auch im Jahr 2014 wurde ich auf einige Projekte aufmerksam gemacht, die inspirierend und kritisch das Thema Crowd und Art und neue Formen der Partizipation in der Kunst heute thematisieren und dessen Wissen darum ich hier teilen möchte.

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I Believe in Internet

Ein künstlerisches Forschungsprojekt im Ausstellungsformat, kuratiert von Naveau (FR/AT).  Mehr Information dazu hier…

Was haben Google und Wikipedia gemeinsam? Nun, wenn wir eine Frage haben oder uns nicht sicher sind, dann gehen wir online und tippen die Wörter oder sogar ganze Sätze in unseren Rechner ein. Algorithmen und entsprechende Rechnerleistungen sind verantwortlich, dass wir zu Ergebnissen kommen, auf unserer Suche nach Erkenntnis und Wahrheit, die auf Beiträgen und Regulationen von unzählbar vielen Personen basieren. Kennen wir jedoch die Algorithmen dahinter, oder die Intentionen von Google und Co, warum wir genau das zu lesen und sehen bekommen, was wir bekommen? Wie sind diese Auswahl-Systeme zu verstehen, die für mich entscheiden, was ich sehen kann? Wer sagt, was wo stehen darf?  Wenn wir genau wissen, dass weltweit verstreut Personen hinter ihren Rechnern sitzen, die aktiv eigene Webseiten gestalten, Blogs schreiben, Beiträge setzen, bewerten und voten, und trauen wir denen mindestens genauso viel Wissen zu, als den Menschen unseres Vertrauens? Wer oder was sagt mir, was ich glauben kann? Oder anders gefragt: das Internet als Wissensquelle oder eher als Glaubensgemeinschaft? Und falls es so etwas wie eine/n Internet-Atheist/in gibt, kann man als jene/r überleben?

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Über eine Kultur der Partizipation: anpreisen, entzaubern

Nachdem ich über das Buch “Bastard Culture!How User Participation Transforms Cultural Production von Mirko Tobias Schäfer stolperte (er veröffentlichte das Buch im Jahr 2011), wusste ich, dass ich ihn zur Konferenz MutaMorphosis – Tribute to Uncertainty nach Prag letzten Dezember 2012 einladen musste. Mein Panelthema “Limits of Collaboration” war bereits akzeptiert und ich freute mich sehr, dass Susanne Jaschko, Mushon Zer Aviv und Galia Offri und Mirko Tobias Schäfer sofort ihr Interesse an der Teilnahme bekundeten. Neben künstlerischen und kuratorischen Überlegungen und Herangehensweisen zum Thema war es mir auch wichtig das Thema Social Media (aus der Europäischen bzw. westlichen Sicht) nicht außer Acht zu lassen: Wie (er)lernen wir – ob bewusst oder unbewusst, ob freiwillig oder unfreiwillig – Kommunikations-, Interaktions- bzw. Partizipationsmodelle? Wie nehmen wir sie wahr in einer Digitalen Kultur, in der wir gewohnt sind, bestehende Software und Interfaces zu nutzen und nicht zu gestalten? Wo führt uns diese “geführte/geleitete Partizipation” hin? Mirko Tobias Schäfer hinterfragt in seinem Vortrag die Funktionsweise von Social Media Plattformen, die vorgeben, die neuen öffentlichen Plätze zu sein. Öffentliche Plätze, deren Eigentümer Firmen sind und die auf wirtschaftlich orientierte systematische Vorgehensweisen ausgerichtet sind.

Der Vortrag ist in englisch und hier zu finden.

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Das Internet als ein crowdsourced “Überarchiv”?

Anfang Oktober 2012 konnte ich meine diesbezüglichen Überlegungen in einer Konferenz in Sao Paulo (initiiert über Giselle Beiguelman und Ana Magalhães / Universität Sao Paulo in Zusammenarbeit mit Ars Electronica) präsentieren, die sich mit dem Thema der Zukunft von Archiven beschäftigte. Ich experimentierte mit dem Gedanken des Internets als “Über-Archiv”, stellte kurz gegenüber Wissenstransfer damals (am Beispiel Encyclopaedia Britannica) und heute (am Beispiel Wikipedia) und hinterfragte die Macht der Bilder und Illustrationen sowie die Herausforderung aber auch Grenzen der Partizipation diesbezüglich.

 

 

 

 

 

 

 

Ars Wild Card

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Yayoi Kusama and Shadowgram – Nachdenken über Spiel, Regeln und Zufall

Partizipative Kunst spielt oft mit einer Ästhetik der Wiederholung. Formen und Formate, Farben, Größenverhältnisse, Anzahl an Textzeichen,… sind meist vorgegeben und bilden ein Rahmenwerk, welches die Besucherinnen/UserInnen/interagierende Personen  für sich verwenden können. Die KünstlerInnen überlassen alles weitere einem Zufall sowie einem spielerischen Zugang des partizipierenden Kollektivs.

So auch die Arbeiten der wahrscheinlich bekanntesten japanischen Künstlerin der Nachkriegszeit, Yayoi Kusama. Geboren 1929 in Matsumoto, Präfektur Nagano, ließ Yayoi Kusama im Jahr 1966 die BesucherInnen der damaligen Biennale in Venedig – für die sie offiziell nicht eingeladen wurde – mit ihrem eigenmächtig installiertem Happening „Narcissus Garden“ von sich sprechen und erlangte weltweite Bekanntheit erstmals. Weiterlesen

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Ars Wild Card – creative mass experimentation and more

awc.aec.at

Ein partizipatives Vermittlungs- und Workshoptool von Hideaki Ogawa (JP/AT), Emiko Ogawa (JP/AT), Manuela Naveau (AT) (Ars Electronica Linz/Austria)

Ars Wild Card ist eine iPhone Application, die als partizipatives Workshoptool für Ausstellungen und Interventionen im öffentlichen Raum von Ars Electronica Linz entwickelt wurde. Mittels der Applikation und QR Codes pro ausgestelltem Projekt werden Inhalte zu den Arbeiten in einem Rahmen generiert, mit dem man die Arbeiten fotografieren und auch direkt Vorort kommentieren kann. Die Applikation erlaubt zusätzlich, dass die persönlichen Eindrücke via online sharing auf der Website awc.aec.at gesammelt werden. Optional gibt es auch die Möglichkeit, dass die inhaltlich gerahmten und kommentierten Bilder auf  alle gängigen social media Plattformen gestellt werden können. Am Ort der Ausstellung bilden die ausgedruckten Ars Wild Cards als Postkarten eine ständig anwachsende Momentaufnahme der Ausstellung durch die BersucherInnen Vorort oder per online Partizipation. Ausgedruckte Ars Wild Cards-Postkarten können auch durch die BesucherInnen mit nach Hause genommen werden.

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Tan Siok Siok (SG) über Crowdsourcing

Ich sitze gerade beim Ars Electronica Festival 2011 und verfolge die Präsentationen bei Public Square Squared. Besonders interessant fand ich dabei das Statement von Tan Siok Siok zum Thema Crowdsourcing. Sinngemäß meinte sie:

Crowdsourcing ist wie ein Jazzensemble, das ständig improvisiert: Es ergeben sich (künstlerische) Momente, die eigentlich so nicht geplant waren. Und es ist harte Arbeit, aber es zahlt sich aus…

Existiert also eine Qualität eines Kollektivs? Wenn ja, wie sieht ein weiterer Mehrwert aus?

Das Projekt: Tan Siok Siok sammelte Videobeiträge als Teil ihrer Twitter-Researcharbeit und untersuchte, wie Twitter und Social Media Einfluss auf unsere Identität haben.

www.twittamentary.com

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Zeit für die Crowd?

Ich zweifle bereits an mir. Abends sitze ich oft mit meinem Laptop am Sofa zu Hause. Ich bin nicht ständig auf Facebook online, ich twittere nicht. Mein Handy ist zwar mittlerweile ein Smartphone aber online bin ich übers Telefon nur zeitweise.

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Als es begann…

Douglas Davis

geb. 1933, war ein Pionier der Netzkunst; er schuf eines der ersten Netzkunst Projekte, das im Kollektiv entstand,

The world´s first collaborative sentence (1994).

Douglas Davies, der 1977 auch die erste telematische Arbeit schuf (The Last Nine Minutes), war Vorreiter in Sachen Netzkunst. Davies, der sich in den frühen 60er und 70er Jahren mit Videokunst beschäftigte, Weiterlesen

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